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Piccolo CP Apache AH-64
Ich war schon lange auf der Suche nach einem zweiten Rumpf für meinen Piccolo Trainer. Denn seit dem ich den Pro mit dem Brushless Antrieb besitze macht mir das Fliegen mit dem normalen Trainer aufgrund der schwachen Motorleistung einfach keinen Spaß mehr. Ich wollte mir schon fast einen Rumpf von Ikarus kaufen, doch blieb eigentlich nur die Bell 222 mit dem Einziehfahrwerk übrig. Dann erinnerte ich mich an die Homepage von http://www.modeltek.com/. Dort gibt es einen Ausschneidebogen für eine Bell Huey Cobra und einen Apache AH-64. Jeder der Ausschneidebögen kostet 10 EUR. Dafür bekommt man jeweils zwei PDF Dateien per Email zugeschickt. Eine beinhaltet die Bauanleitung, die andere den eigentlichen Ausschneidebogen. Der Ausschneidebogen besteht im Fall des Apache aus 12 Din A4 Seiten, die auf einem Farbdrucker ausgedruckt werden müssen. Der Preis von 10 EUR ist wirklich angemessen, denn die Bauanleitung ist sehr ausführlich und auch bei dem Ausschneidebogen hat der Entwickler sich sehr viel Mühe gegeben. Dieser Bogen steht industriell gefertigten Produkten in nichts nach. Etwas kritisch betrachte ich lediglich Bezahlung via Pay Pal. Ein anderen Zahlungsweg gab es bis jetzt noch nicht. Aus gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass ich den Ausschneidebogen nicht verkaufe und auch keine Kopien verschicke.
Baumaterialien Bevor es an Basteln gehen konnte, musste ich erstmal die benötigten Materialien beschaffen. Für den Rumpf verwende ich Karton mit der Bezeichnung: motif colours inkjet/laser/copier paper 160g Diese Papierstärke schlägt auch der Entwickler des Rumpfes vor und nachdem ich den ersten Rumpf gebaut habe kann ich dem nur zustimmen. Mit dickerem Karton ist der Rumpf zwar stabiler, aber auch schwerer und das Biegen der engen Radien ist nur schlecht zu realisieren. Zusätzlich wird ein Stützmaterial für das innere Rumpfgerüst benötigt. Der Herstellt spricht in der Bauanleitung von Kappa Board oder von Display Board. Ich habe das Material im Architekturbedarf ausfindig gemacht. Dort nennt es sich Architekturkarton. Eine Platte mit den Maßen 1000mm x 600mm x 4mm kosten ca. 5 EUR. Für den Bau eines Rumpfes wird nur ein DIN A4 großes Stück benötigt. Die Kabinenverglasung besteht bei mir aus Tintenstrahldrucker tauglicher Overheadfolie. Gibt es in jedem Bürobedarf einzelne Blätter. Darüber hinaus sollte man sich ein paar wirklich scharfe Messer, eine Schere, Lineal, Sekundenkleber für Styropor und Ponal bereit legen. Ich habe die Rumpfteile mit einem Farb-Laser ausgedruckt. Die Druckqualität ist super, doch gibt es ein Problem: Wenn man bedrucktes Papier scharf knickt, entsteht eine Bruchkante. Diese ist natürlich weis und bei dem ansonsten grünen Rumpf einfach hässlich. Dieser Effekt tritt bei einem Tintenstrahldrucker nicht auf. Dort gibt es dann wieder das Problem, dass der Rumpf extrem anfällig gegen Feuchtigkeit wird. Ein verirrter Regentropfen hinterlässt ebenfalls unschöne Spuren. Die hellen Biegekanten habe ich bei Bedarf mit einem schwarzen eding nachgezogen. Optimal wäre ein Filzstift im passenden Farbton zum Rumpf, doch so etwas konnte ich nicht auftreiben.
Zusammenbau Nach dem Drucken habe ich zuerst alle Teile auf einer Glasplatte mit einem Skalpell ausgeschnitten. Dies ist eine Fleißarbeit, die mit dem richtigen Werkzeug aber schneller geht als erwartet. Auch das Ausschneiden der Teile aus Architekturkarton ist mit einer scharfen Klinge gut zu machen. Danach habe ich mich mehr oder weniger an die Bauanleitung gehalten. Bevor jedoch ein Teil verarbeitet wird, sollten alle Schnittkanten mit einem schwarzen Eding nachgezogen werden. Ansonsten sieht man dieses Kanten ewig. Die Kanten, die gebogen werden habe ich von der Rückseite mit einem spitzen Gegenstand und einem Lineal angefast. Das könnte man auch auf der Vorderseite tun, doch dann geht halt wieder die Farbe ab. Verklebt habe ich alle Teile mit schnell trocknendem Ponal. Dieser ist meiner Meinung nach wesentlich besser als Uhu geeignet, weil er keine Fäden zieht, schnell und transparent austrocknet und man ihn sehr gut dosieren kann. Man braucht wirklich nur sehr wenig Klebstoff. Für das Fahrwerk habe ich 0,8 mm Stahldraht verwendet. Es sollten aber schon 1mm sein, denn meines ist mir etwas zu weich. Die Haupträder stammen von Conrad (Best. Nr: 227 846) und haben einen Durchmesser von 25 mm. Im Handel habe ich kein passendes Spornrad gefunden, deshalb habe ich es selbst aus einem festen Schaummaterial gefertigt. Es sollte nämlich nicht zu schwer sein, denn sonst ist der richtige Schwerpunkt problematisch zu erreichen. Der Bau an sich ist nicht schwierig, nur manchmal will das Papier einfach nicht passen. Für den Bau benötigt man viel Geduld und in einigen Fällen ist die englische Bauanleitung schwer zu verstehen. Obwohl mein Rumpf an ein paar Stellen für mich nicht optimal ist, habe ich ihn doch fertig gebaut. Die Erfahrungen, die ich dabei sammeln konnte, kann ich dann für das zweite Exemplar verwenden. Die Piccolo Mechanik muss genauso wie bei der Piccolo Bell Uh-1D verändert werden. Der Heckrotor wird genau wie bei der Bell auch mit einem Stück Heckrohr fest eingeklebt. Den Akku habe ich ebenfalls fest im Modell eingebaut, denn der Rumpf ist schon recht empfindlich und das Akku wechseln muss dann nicht unbedingt sein.
Flugeigenschaften Der Apache fliegt sich eigentlich genauso wie der Trainer, man spürt zwar das etwas höhere Gewicht, doch das Heck ist wunderbar stabil und neigt auch nicht zum Schwingen. Die Flugzeiten sind mit dem kleinen 350er Lipoly Akku und dem Bürstenmotor mit ca. 5 Minuten für Vorführungen und Veranstaltungen völlig ausreichnend. Das Flugbild lässt alle Mühe vergessen und ist einfach phantastisch. Unter der RubrikVideos findet sich ein Film vom Erstflug.
Fazit Ich würde den Rumpf jederzeit wieder bauen. Für den nächsten Rumpf plane ich den Einbau einer Beleuchtungsanlage und ich suche noch ein Material, das beim Knicken besser die Farbe behält.
Bilder Presse Der folgende Ausschnitt erschien im Rotor 2/2007 anlässlich des Helipoint Indoormeetings in Neuenbürg.
Oktober 2007 Da meine Bell Uh-1D bei einem Absturz beschädigt wurde, wollte ich wollte ich eigentlich eine Cobra aus Papier bauen. Dies klappte jedoch nicht wie gewünscht, deshalb habe ich mich entschlossen einen neuen Apache zu bauen, um die Erfahrungen von meinem ersten Modell umzusetzen. Diesmal druckte ich den Ausschneidebogen mit einem Tintenstrahldrucker aus. Dies hat dazu geführt, dass der Karton etwas biegeweicher wurde, was sich aber nicht nachteilig auswirkt. Wesentlich wichtiger ist mir jedoch, dass jetzt endlich die Farbe nicht mehr abblättert wenn man den Karton knickt. Lediglich bei Biegeradien über 90 Grad kann das noch passieren, doch mit dem passenden Filzstift ist dieses Problem inzwischen vernachlässigbar. Hier zuerst einmal ein Überblick was alles gedruckt, ausgeschnitten und verarbeitet werden muss.
Mit dieser Abbildung möchte ich verdeutlichen, was für ein Arbeitsaufwand beim Bau des Modells entsteht. HALT! Bevor es munter an das Ausschneiden geht sollte man die markierten Biegekanten mit einem nicht zu spitzen Gegenstand anreißen. Auf dem Ausschneidebogen sind nämlich an vielen Stellen Hilfslinien aufgedruckt die nach dem Ausschneiden nicht mehr da sind. Dann ist das genaue Anfasen wesentlich schwieriger. In der Zwischenzeit habe ich auch eine Alternative zu dem oben genannten schwarzen Filzstift gefunden um die weißen Schnittkanten abzudecken.
Es handelt sich um einen "Stabilo Pen 68," Art.No. 68/63 (4006381333429) Irgendwann ist dann auch das Ausschneiden des Rumpfgerüstes aus dem Architekturkarton an der Reihe. Bei meinem ersten Modell habe ich das noch mit einem Cutter per Hand durchgeführt. Dies war aber so dermaßen anstrengend, dass ich darauf keine Lust mehr hatte. Diesmal habe ich die Teile mit einer Dekupiersäge aus dem Architekturkarton ausgesägt.
Die funktioniert wesentlich schneller, Kraft sparender und genauer aus mit einem Cutter. Außerdem sind so die Schnittkanten immer genau rechtwinklig. Die leichte Ausfransung spielt keine Rolle, die Teile sind später sowieso nicht mehr sichtbar. Gespart habe ich mir auch das Aussägen der Innenstruktur wo immer es möglich war. Einige Aussparungen sind jedoch erforderlich um Kabel zu verlegen oder beim Bau die Klebestelle von hinten zu stützen. Da ich sowieso einen bürstenlosen Motor verwenden werde spielt das mögliche Mehrgewicht sicherlich keine Rolle, es wirkt sich auch nicht nachteilig auf den Schwerpunkt aus. Ich kann übrigens nur empfehlen, bei der Chassismontage extrem genau zu arbeiten. Ist hier etwas schief passen auch die später aufzuklebenden Papierteile nicht mehr! Ein Blatt Karopapier unterlegen hilft hier übrigens sehr. Der restliche Aufbau des Modell läuft genauso ab wie bei dem ersten Modell. Zusätzlich habe ich diesmal Positionslichter und ein Hecklicht eingebaut. Ich verwende folgende SMD-LEDs: Conrad Best. Nr.: 156611 rot Conrad Best. Nr.: 156613 grün Conrad Best. Nr.: 156616 weiß Diese werden bereits mit einem ultra dünnen 0,05 mm2 und zugleich hochflexiblem Anschlusskabel ausgeliefert. Somit müssen auch keine filigranen SMD Lötarbeiten durchgeführt werden. Bei Conrad gibt es das gleich Kabel auch auf einer Rolle falls Verlängerungen erforderlich sind. Die LEDs sind so winzig, dass ich sie einfach von außen auf die Papierhülle an die entsprechenden Stellen am Rumpf geklebt habe. Die Kabel können problemlos innerhalb der Bauteile verlegt werden. Auch in die Heckflosse habe ich eine weiße LED einbaut. Der Einbau kann jedoch nur beim Zusammenbau vorgenommen werden. Eine spätere Nachrüstung halte ich nicht für möglich.
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