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E-flite Blade mCP X

- Dezember 2011 -
Eigentlich wollte ich für den Blade mCP X ja gar keinen Bericht schreiben.
Schließlich handelt es sich doch eher um ein "Spielzeug" als um einen "richtigen"
Modellhubschrauber!
Warum habe ich mich dann doch dazu entschieden? Weil mir der kleine Heli so viel
Vergnügen wie schon lange keine anderer Heli zuvor bereitet.
Meinen ersten Kontakt hatte ich mit dem Blade-mCP X auf der Modellbaumesse in
Karlsruhe Anfang 2011. Dort war er neben vielen anderen Kleinmodellen und dem
Blade-msr zu sehen. Der msr wird in unserem Verein sehr viel beim Hallenfliegen
eingesetzt, auch reine Flächenflieger kommen mit dem unkritischen Flugverhalten
bestens zurecht. Den mCP X bestaunten und belächelten wir zugleich da ein Heli
ohne Paddelstande in dieser Größenklasse noch nie da war. Wir vermuteten damals,
dass das System wahrscheinlich so heftig in das Flugverhalten eingreifen würde,
dass bis auf zahme Schwebeflüge nichts machbar ist.
Stolze Besitzer der ersten Lieferungen stellten dann jedoch schnell Videos
online, die genau das Gegenteil zeigten.
Im Mai 2011 bin ich von Futaba zu Spektrum umgestiegen. Ursache war nicht der
mCP X, es war aber eine gute Gelegenheit das Modell zu testen. Gleichzeitig war
es eine gute Gelegenheit sich mit der Programmierung des Spektrum Senders
vertraut zu machen.
In Verbindung mit der Spektrum DX-8 ist die Programmierung super bequem, es gibt
die entsprechende Datei in der Spektrum Community nämlich einfach zum
herunterladen. Aber auch die manuelle Programmierung ist sehr einfach und
übersichtlich. In der Bedienungsanleitung des Blade mCP X sind die
Grundprogrammierungswerte für einige Spektrum Sender tabellarisch dargestellt.
Mit diesen Grundwerten habe ich auch gleich den ersten Testschwebeflug im
Wohnzimmer unternommen. Ich war völlig beeindruckt, wie sauber und präzise
steuerbar das kleine Modell in der Luft stand.
Mit dem beiliegenden 1S 200 mAh Lipo Akku beträgt die Flugzeit ca. 4:30 Minuten.
Das ist für mich völlig ausreichend. Es gibt bei verschiedenen Anbietern auch
Tuningakkus (siehe unten). Persönlich habe ich eine Variante von SLS ausprobiert. Diese haben
laut Aufdruck die
gleiche Kapazität, gleiche Entladerate (= 25C) und fast das gleiche Gewicht. Trotzdem
fallen sie auf, da bei zunehmend leer
werdendem Akku mit eine leicht kräftigeres Flugverhalten fühlbar ist.
Die nächsten Testflüge habe ich auf einer Wiese zuerst bei völliger Windstille
unternommen. Hier konnte der kleine gleich zeigen, was in ihm steckt. Schnelle
Rundflüge funktionieren auch mit den Rotorblättern ohne die tropenförmige
Anformung perfekt, das Heck pendelt nie und besitzt selbst in
schnellen Kurven über ausreichend Leistung. Lediglich beim schnellem Sinken mit
nahezu 0 Grad Pitch schüttelte sich der Heli auf der Taumelscheibeneben.
Dafür
wurden im Internet zwei einfache Lösungen vorschlagen:
- Gummiring über Kreuz zwischen den Blatthaltern
- Je ein Haubengummi hinter den Kugelkopf der Blatthalteranlenkung
Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden da er mir besser gefällt.
Die notwendigen Haubengummis liegen dem Modell als Ersatzteil bei. Mit dieser
Modifikation verschwindet sofort jegliche Schüttelneigung.

Dann wollte ich den Blade endlich auf dem Rücken sehen. Doch die ersten Versuche
scheiterten kläglich. Sobald ich annähernd auf dem Rücken war kreiselte das
Modell sich ein und ich konnte nichts anderes tun als den Autorotationsschalter
zu betätigen um größeren Schaden zu vermeiden. Dummerweise war der 3. Absturz so
unglücklich, dass gleich die Blattlagerwelle verbogen war.
Schwer frustriert habe ich das Internet durchforstet und festgestellt, dass dies
nicht nur bei mir so ist:
"....... die Elektronikeinheit des Helis verfügt über einen Schutzmechanismus der eine
Überlastung verhindern soll."
Sobald der Hauptmotor zu viele Strom zieht wird der Heckmotor ausgeschaltet. Er
lässt sich erst wieder aktivieren, wenn der Pitchknüppel kurz auf der Motor-Aus
Position war. Um die Überlastung zu verhindern, müssen die Pitchwerte im Sender so lange
reduziert werden, bis er ohne Abschaltung bei max. positiv und max. negativ
Pitch steigt.
Mit dieser Erkenntnis ausgestattet habe ich versucht den korrekten Pitchwert
mühselig zu messen und einzustellen. So richtig reproduzierbar war das Ergebnis
jedoch nicht, dafür verfügt das Modell einfach über zu viel Spiel in der
gesamten Ansteuerung der Rotorblätter.
Die 0 Grad Mittenstellung lässt sich noch einfach ermitteln, indem man die dem
Modell beiliegenden Speedblätter (die mit dem Knubbel dran) montiert. Wenn man
eines verkehrt herum montiert so dass die beiden Knubbel gegeneinander zeigen
kann man so deutlich die Nulllage erkennen. Falls dies bei Pitchknüppel Mitte
nicht der Fall ist, entweder die Pitchkurve entsprechend verschieben oder besser
die Verbindungsgestänge Servos <=> Taumelscheibe entsprechend verändern.
Nun habe ich die Werte zuerst im positiven Bereich erfolgen. Dazu habe ich
zuerst einen mittleren positiven Pitchbereich eingestellt. Jetzt habe ich aus
dem Schwebeflug heraus langsam maximalen Pitch gegeben. Solange sich der Motor
abgewürgt anhörte und das Heck angestrengt klang habe ich die Pitchkurve im
Sender reduziert. Sicherlich unterscheiden sich die Werte von Senderhersteller
zu Senderhersteller.
Anschließend habe ich den erflogenen Wert auf den negativen Pitchbereich
gespiegelt.
Folgende Pitchkurven kam dabei heraus:

So wagte ich den nächsten
Rückenflugversuch. Gerade so schaffte ich es den Heli ohne Heckabschaltung auf
den Rücken zu drehen. Dabei hatte der Heckmotor jedoch heftig zu kämpfen und es
sah sehr wackelig aus.
Kurzerhand bestellte ich mir das Alu-Tuning Heck. Dieses gibt es auch in einer
Ausführung bei der das Heckrohr ca. 20 mm verlängert ist. Das brachte bei mir
den gewünschten Erfolg. Jetzt konnte ich den Heli problemlos auf den Rücken
legen. Somit gibt es dafür eine klare Kaufempfehlung.
Wobei es technisch auch ausreichend ist, das vorhandene Kohlefaserheck durch
eine selbst gebastelte verlängerte Variante zu ersetzten. Wenn man das
vorhandene Verbindungskabel zum Heckmotor ohne Lötarbeiten verwenden möchte ist
eine Verlängerung um ca. 15 mm möglich. Bereits diese wirkt sich positiv auf
das Flugverhalten aus.
Inzwischen bin ich mit dem Modell auch draußen bei mehr Wind geflogen, auch
Rückenschweben ist unter diesen Bedingungen absolut keine Problem. Viele
Zuschauer und speziell auch Coax-Piloten sind immer wieder überrascht, wie gut
und stabil sich der kleine Heli bei Wind trotz 47 g Abfluggewicht fliegen lässt.
Da mir das Modell so viel Spaß macht und im Winter beim Hallenfliegen dem T-Rex
250 starke Konkurrenz macht habe ich mir ein paar Alu- Tuningteile gegönnt:
1. Alu Taumelscheibe
An der Alu-Taumelscheibe fasziniert mich mit welcher Präzision sie verarbeitet
ist. Es gibt keine Gußgrate oder sonstigen Bearbeitungsspuren. Das verwendete
Kugellager läuft leicht und mit etwas weniger Spiel als bei dem Originalteil. Ich
habe auch den Eindruck, dass die Kugelköpfe etwas strammer sitzen.
Beachtet werden muss, dass die Alu-Taumelscheibe etwas flacher gebaut ist als
die Kunststoff-Taumelscheibe. Folglich muss die Pitchkurve wieder angepasst
werden. Deshalb vor dem Umbau noch mal messen, das erspart langweilige Messflüge.
Leider hat sich nach ein paar Flugstunden
der innere Taumelscheibenring gelockert. Mit einem Tropfen Sekundenkleber war
das Problem jedoch schnell behoben.

2. Alu Zentralstück
Das Alu-Zentralstück habe ich nur erworben um am Rotorkopf ein einheitliches
Bild zu haben. Gegenüber dem Kunsstoffteil konnte ich keinerlei Verbesserung
feststellen.
3. Alu-Blatthalter
Diese haben mir einfach nur gut gefallen. Sie haben jedoch auch noch den
Vorteil, dass das Kunststoff-Anlenkungsgestänge von der Taumelscheibe zu den
Blatthaltern konstruktionsbedingt nicht verloren gegen kann wenn der Kleine mal
unsanft landet.
Die originale Blattlagerwelle kann weiter
verwendet werden.
4.
Rotorblätter
Mit verschiedenen Rotorblättern kann das Flugverhalten eines Helis deutlich
beeinflusst werden. Deshalb habe ich bei dem mCP X auch verschiedene Varianten
neben der Originalblättern ausprobiert.
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Bezeichnung |
Gewicht |
Bewertung |
Bild |
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E-flite Hi-Performance Main Rotor Blade
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2,3 g |
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E-flite Fast Flight Main Rotor Blade |
2,6 g |
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Kunststoff weiß |
2,6 g |
+ wendig
+ gute Lageerkennung
+ guten Schnellflugeigenschaften
- krumm (Spurlaufdifferenz) |
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Kunststoff orange |
2,7 g |
+ wendig
+ sehr gute Lageerkennung (speziell in
der Halle
+ guten Schnellflugeigenschaften
- krumm (Spurlaufdifferenz)
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Microheli CfK |
3,3 g |
+ perfekt verarbeitet
+ genauer Spurlauf
+ hohe Schwebeflugstabilität
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5. Heckrotor V2
Anfang
Dezember 2011 brachte E-flite die V2 Variante des Blade mCP X auf den Markt.
Diese unterscheidet sich zum V1 u.a. durch einen neuen und etwas größeren
Heckpropeller. Erfreulicherweise war dieser auch gleich als Ersatzteil
lieferbar. Im Flugverhalten konnte ich keinen Unterschied feststelle.
6. Akkuvergleich:
Nach vielen Flügen wollte ich endlich
genau wissen, wie die Akkus sich tatsächlich unterscheiden. Dazu habe ich alle
Akkus mit dem Blade-Ladegerät geladen und sie anschließend mit einem Hyperion
EOS 1420iNet mit den folgenden Parametern bei Raumtemperatur entladen und die Kurven aufgezeichnet:
Entladestrom: 2,3 A
Entladeschlussspannung: 3,3 Volt.
Diese Parameter habe ich so gewählt da sie
näherungsweise den Werten im Flug entsprechen.
Folgende Akkus wurden vermessen:
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Akku 1, 4, 6, 7, 8
Gewicht: 7,1g |
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Akku 2, 5
Gewicht: 7,3g |
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Akku 3
Gewicht: 7,9g |
Die folgende Kurve zeigt Spannungslage der
Blade-Akkus unter definierter Last.

Die rote Kurve (Akku 3) zeigt den 300 mAh Akku der eine deutlich höhere
Spannungslage über den gesamten Entladeverlauf aufweist. Auffallend ist
auch der Akku 4. Er wurde direkt vor der Messaufzeichnung frisch geladen während
die anderen Akkus einige Stunden gelagert wurden.
Die folgende Kurve zeigt den Verlauf des
Innenwiderstandes (Ri) unter den gleichen Bedingungen wie die oben gezeichnete
Kurve:

Auch hier fällt wieder der Akku 3 deutlich
auf. Auch der Akku 4 weist einen etwas niederen Innenwiderstand als die
Vergleichszellen auf.
7. alternative Kabinenhaube
Bei verschiedenen Händlern wird eine Three-Dee
NT ähnliche Haube in vielen Farben angeboten. Die Haube wird als Bausatz
geliefert und muss selbst aus zwei tiefgezogenen Hälften ausgeschnitten und
verklebt werden.

Die beiliegenden Aufkleber sind bereits
ausgeschnitten und von sehr guter Qualität. So lässt sich auf einfach Weise das
Erscheinungsbild des kleinen Modell verändern. Durch die etwas größere
Haubenfläche ist das Modell zusätzlich im Flug noch etwas besser erkennbar.
Die Haube wiegt 4,3 g. Die Originalhaube wiegt
2,5 g.

8. Transportkoffer
Da
das Modell sehr filigran ist benötigt man zum sicheren Transport unbedingt einen
entsprechenden Schutz. Die Originalpackung ist dafür zu groß. Von Horizon Hobby
gibt es einen speziellen Transportkoffer mit Sichtfenster in dem neben dem
Modell auch noch das Ladegerät passt. Dieser war mir persönlich jedoch zu groß
und auch zu teuer.
Bei Conrad gibt es eine günstige und
praktische Alternative mit der Bestellnummer:
814232
- 62
9. Freilauf
Seit Februar 2012 ist ein Freilauf von einem
Tuningteilehersteller für den mCP X lieferbar. Laut beiliegender Minianleitung
soll der Freilauf mit dem beiliegenden Klebstoff auf die Rotorwelle geklebt
werden. Er besitzt nämlich keinerlei Klemmung.
Das gefiel mir überhaupt nicht, den was ist
wenn die Rotorwelle mal defekt ist? Wie gut lässt der Freilauf sich dann wieder
lösen? Oder wenn das Kunststoff-Zahnrad defekt ist?
Deshalb habe ich nach einer anderen Lösung
gesucht. Nachdem der Freilauf auf die Rotorwelle gesteckt wurde habe ich in die
hohle Rotorwelle von unten eine passende kleine Schraube gedreht. Diese bewirkt
eine ausreichende Klemmung und kann jederzeit wieder demontiert werden.
Mit dem Flugverhalten war ich jedoch
überhaupt nicht mehr zufrieden. Bei ansonsten unveränderten Komponenten fühlte
sich das Heck sehr weich an und drehte bei Überschlägen deutlich weiter weg als
mit dem normalen Hauptzahnrad. Andere Vorteile konnte ich nicht erkennen,
deshalb fliege ich weitere mit dem originalen Zahnrad.
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