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Graupner Heli-Cup Infoseite

Seit 2000 versuche ich alle Graupner Heli-Cups zu besuchen die in meiner Reichweite sind. Inzwischen (Stand Juli 2007) habe ich an 17 Graupner Heli-Cups teilgenommen. Mit dieser Seite möchte ich alle Interessierten motivieren es auch einmal selbst zu probieren und sich dem Wettbewerb zu stellen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht nur das Wettbewerbsprogramm beschreiben, sondern auch darauf eingehen, wie man sich und sein Wettbewerbsmodell am besten vorbereitet.

 

Einstellung Heli

Ein sinnvoll für den Wettbewerb eingestellter Hubschrauber sieht aus meiner Erfahrung folgendermaßen aus:

Die Hauptrotordrehzahl soll eher nieder gewählt werden, 1300 - 1500 U/min sind je nach Modell ein guter Wert. Der Pitchbereich sollte von - 2 Grad  bis + 8 Grad reichen. Außerdem empfehle ich für die Nick- und die Rollfunktion 20% Exponential zu programmieren.

Der Rotordurchmesser eines geeigneten Modells sollte zwischen 1300 und 1800 mm betragen. Zu kleine Modelle sind zu schwach um die Pylons sicher zu transportieren und um die Ringe herauszuheben, größere Modelle sind zu unhandlich und zu träge und haben bei der Präzisionslandung Nachteile.

Ob das Modell mit einem Verbrennungsmotor oder elektrisch angetrieben wird spielt keine Rolle.

 

Copilot - Helfer

Ein mit dem Helifliegen vertrauter Helfer ist für die erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme ein großer Pluspunkt. Auch wenn es sich "nur" um einen Schwebeflugwettbewerb handelt gibt es einige Gefahrenpunkte die ein aufmerksamer Helfer entschärfen kann. Man kann den Wettbewerb zwar auch ohne Helfer bestreiten, doch bei einzelnen Aufgaben (siehe Aufgabe 4) wird ein Helfer benötigt, wie  z.B. beim Pylontransport. Aber auch wer ohne Helfer anreist kann sich darauf verlassen, dass sicher einer der anwesenden Piloten einspringt.

 

Wie läuft ein Wettbewerb üblicherweise ab?

Die von mir besuchten Veranstaltungen liefen eigentlich alle nach dem gleichen Muster ab.

Üblicherweise beginnt eine Veranstaltung mit der Anreise der Teilnehmer. Nachdem man sich im Vorbereitungsraum einen Platz für sein Modell und die erforderlichen Utensilien gesucht hat, geht es direkt zu Anmeldung. Dort werden die persönlichen Daten erfasst und man bekommt eine Startnummer. Gleichzeitig wird auch meistens der Sender direkt in das Senderdepot aufgenommen.

Tip: Wer rechtzeitig anreist hat oft noch die Möglichkeit für einen kurzen Einstellflug.

Wenn alle Piloten die Anmeldeformalitäten erledigt haben folgt so gegen 10:30 die Begrüßung der Teilnehmer durch den jeweiligen Vereinsvorstand. Dieser übergibt danach das Wort an Herrn Simon, den offiziellen Vertreter der Firma Graupner. Nach ein paar einleitenden Worten wir dann der Parcours abgelaufen und jede einzelne Flugaufgabe wird ausführlich erklärt. Dies wird auch dann durchgeführt, wenn nur zwei oder drei Piloten anwesend sind, die den Parcours nicht kennen.

Herr Simon spart bei der Einweisung auch nicht mit Tips, wie man den Parcours gut und risikolos bewältigen kann. Hier lohnt es sich wirklich aufmerksam zuzuhören und bei Unklarheiten direkt zu fragen.

Nach der Einweisung beziehen die Punktrichter ihre Position und der eigentlich Wettbewerb beginnt. Die Startreihenfolge ist unterschiedlich. Manchmal wird nach der vergebenen Startnummer gestartet, manchmal auch so wie man Lust hat. Das ist auch prinzipiell egal, nervig ist diese Vorgehensweise nur bei Kanal-Doppelbelegungen. Da heißt es geduldig warten, bis der eigene Kanal frei ist. Hier sollte man sich rechtzeitig informieren, wer den gleichen Kanal verwendet.

Da der Wettbewerb aus vier unabhängig voneinander zu fliegenden Aufgaben besteht, können immer vier Piloten gleichzeitig starten. Hat man eine Aufgabe erledigt, trägt man sein Modell zur nächsten Aufgabe und reiht sich dort in die Warteschlange ein.

Auf diese Weise ist ein zügiger Wettbewerbsablauf gesichert. Und zügig soll es ja auch vorwärts gehen, schließlich sollen mindestens zwei Durchgänge geflogen werden, besser drei.

 

Die Flugaufgaben

Folgende Flugaufgaben müssen absolviert werden:

Hinweis: Die Beschreibung sowie die Skizzen habe ich der offiziellen Ausschreibung der Firma Graupner entnommen.

Aufgabe 1: Präzisionslandung

Das Modell überfliegt in geringer Höhe die Einfluglinie und landet danach zügig auf dem Landepodest; unmittelbar nach dem Aufsetzen wird der Motor abgestellt. Erfolgt die Landung innerhalb von 10 Sekunden nach dem Überfliegen der Einfluglinie, so gilt für die nachfolgend erzielten Landepunkte der Faktor 3, innerhalb von 20 Sekunden der Faktor 2 und innerhalb 30 Sekunden der Faktor 1; erfolgt die Landung später, so erhält der Teilnehmer keine Punkte für diese Übung.

Die Landung auf dem Podest soll so erfolgen, dass der Rotorkreis seitlich links und vorn möglichst dicht an jeweils eine gedachte Wand heranreicht.

Nach der Landung, bei stehendem Motor, werden zwei zuvor flach auf dem Boden liegende Wände hochgeklappt und zu einer Ecke verbunden. Von diesen (jetzt realen) Wänden aus wird der Abstand der Rotorblätter gemessen. Die erzielbare Maximalpunktzahl ist jeweils 100 bei einem Abstand von höchstens 2 cm; je Zentimeter Abstand über 2cm hinaus werden 2 Punkte abgezogen. Berührt das Rotorblatt eine der beiden Wände, so erfolgt eine Nullwertung für diese Aufgabe.

Die Seitenwände werden hockgeklappt und der Abstand der Rotorblattspitzen zur Wand wird gemessen.

 

Aufgabe 2: Präzisionsflug

Am Modell werden zwei kugelförmige Gewichte an unterschiedlich langen Seilen angebracht gemäß Abbildung. Das Modell durchfliegt einen vorgezeichneten Parcours so, dass die Kugel am kürzeren Seil stets in der Luft, die Kugel am längeren Seil stets am Boden und innerhalb der vorgezeichneten Gasse bleibt.

Das Modell startet mit den gemäß Skizze angebrachten Gewichten und beginnt die Aufgabe mit Überfliegen der Startlinie. Die Zeitnahme beginnt, wenn die den Boden berührende Kugel die Startlinie überquert. Das Modell fliegt zunächst vorwärts zu Punkt „A“, dann seitwärts zu Punkt „B“, rückwärts zu Punkt „C“, seitwärts zu Punkt „D“, schräg vorwärts zu Punkt „E“ und schließlich über die Ziellinie; die Zeitnahme endet, wenn die den Boden berührende Kugel die Ziellinie überquert. An den Punkten „A“ und „C“ kann jeweils eine Pirouette geflogen werden, um zusätzliche Punkte zu erhalten.

Vor jedem Start sollte man in Ruhe sein Modell vorbereiten.

 

Aufgabe 3: Ringe aufnehmen

Verschieden große Ringe sind mit der Kufe aufzunehmen; nach dem Aufnehmen dreht sich der Ring selbsttätig und fällt wieder ab. Für die aufgenommenen Ringe werden, abhängig von ihrer Größe, unterschiedliche Punktzahlen vergeben; die Ausführungszeit für diese Aufgabe beträgt maximal 2 Minuten.

In einem Halbkreis sind 9 Ringe auf Halterungen (siehe Skizze)  aufgebaut: Jeweils drei große Ringe mit 35/25cm Ø, drei mittlere Ringe mit 25/15cm Ø und drei kleine Ringe mit 15/9cm Ø.

Die Zeitnahme beginnt mit dem Abheben des Modells. Die Ringe werden mit der Kufe aus den Halterungen gezogen; durch das eingearbeitete Gewicht drehen sie sich nach dem Aufnehmen und fallen herunter. Werden vor Ablauf des Zeitlimits von 2 min alle 9 Ringe aufgenommen, so wird pro Sekunde Zeitdifferenz auf 2 min, gemessen vom Zeitpunkt der Aufnahme des letzten Ringes, ein Punkt zum Ergebnis addiert.

 

Aufgabe 4: Pylontransport

Im Pylonlager stehen drei Pylons, von denen jeweils einer mit der Kufe aufgenommen, um zwei Wendemarken herum transportiert und auf einer Zielscheibe (möglichst im Zentrum) abgesetzt werden soll.

Je nach  Entfernung der Pylonmitte vom Mittelpunkt der Zielscheibe werden 100, 50 oder 25 Punkte vergeben, keine Punkte für umgefallene oder neben der Scheibe abgesetzte Pylons. Während der Pilot den nächsten Pylon aufnimmt und transportiert, wird das Ergebnis des abgesetzten Pylons notiert und dieser von einem Helfer wieder im Pylonlager aufgestellt, so dass innerhalb des Zeitlimits von 2 min eine unbegrenzte Anzahl von Anflügen durchgeführt werden kann.   

 

Hat man alle vier Aufgaben geflogen, sollte man zeitnah seinen Sender bzw. die Frequenzmarke abgeben. Der nächste Pilot wartet sicher schon auf den freien Kanal!

Nach dem ersten Durchgang folgt immer eine Pause, in der Hr. Simon verschiedene Hubschrauber aus dem Graupner Programm präsentiert. Diese Vorführungen sind durchaus sehenswert. Es wird jedoch kein 3D gezeigt, sondern vorbildgetreuer Rundflug mit Rumpfmodellen.

Anschließend geht es direkt weiter mit dem zweiten Durchgang.

 

Siegerehrung

Wenn das Wetter mitspielt und alle Teilnehmer zügig am Start sind, wird normalerweise gegen 17:00 Uhr die Siegerehrung durchgeführt. Sie besteht aus zwei Teilen.

Zuerst werden die Ergebnisse in umgekehrter Reihenfolge mitgeteilt. Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde sowie eine Medaille.

Die drei Erstplazierten erhalten jährlich wechselnd andere Pokale.

Zusätzlich darf jeder Teilnehmer, egal welche Platzierung er erreicht hat, ein Los ziehen. Die Preise für die Verlosung werden komplett von der Firma Graupner gesponsert. An dieser Stelle noch mal vielen Dank! Wer Glück hat, darf als Letzter doch noch den Hauptpreis mit der Losnummer 1 mit nach Hause nehmen.

Nach der Siegerehrung werden die Losnummern aufsteigend aufgerufen. Der Besitzer der Losnummer 1 darf also als erster vortreten und sich einen Preis aussuchen. Üblicherweise ist das eine Uni-Mechanik oder ein kleiner Elektrohubschrauber. Diese Vorgehensweise empfinde ich als sehr sympathisch, denn so gewinnt nicht immer nur der beste Pilot den Hauptpreis und jeder hat die gleiche Chance.

Nach der Siegerehrung folgen dann noch die Gruppenbilder bevor sich jeder auf die Heimreise begibt.

Termine

Die Veranstaltungstermine werden auf der Homepage der Firma Graupner üblicherweise ungefähr nach der Spielwarenmesse in Nürnberg veröffentlich. Alternativ veröffentlich Dieter Heinlin auf seiner Homepage ebenfalls die Termine. Dort sind sie dann auch gleich noch etwas übersichtlicher aufbereitet.

Fazit

Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, selbst einmal an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen. Die Auseinandersetzung mit den Wettbewerbsaufgaben, der Zwang präzise und trotzdem flott zu fliegen, schult die Beherrschung des eigenen Modells ungemein. Und keine Angst, sobald man den Heli im Schwebeflug beherrscht kann man teilnehmen. Das Risiko, den eigenen Heli zu beschädigen ist relativ gering.

Sehr erfreulich fällt mir immer wieder die Kameradschaft und das freundliche Miteinander unter den Piloten auf.

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