Lipoly

Bereits der Name des neuen
Modells der Firma Artfantasie sorgte in den verschiedenen Internetforen für
Aufregung und Verwirrung. Ist das ein Modell? Oder nur ein neuer Akku?
Auf der Modellbaumesse in Sinsheim 2004 war Randolph Maußner auf dem Stand von
Torcman mit dem Rebell und einigen Vorstellungsexemplaren des Lipoly vertreten.
Es handelte sich dabei noch um Vorserienexemplare, die aber schon sehr nahe an
der Serie waren.
Der Lipoly schließt die Lücke zwischen der Piccolo Größe und der Rebell/Eco 8
Größe und steht dabei in direkter Konkurrenz zum Eolo von Robbe.
Diese Modellgröße hat den Charme, dass man ihn quasi immer dabei haben kann und
trotzdem auch bei windigem Wetter draußen geflogen werden kann. Auch der Wunsch
aller Elektrohelipiloten, nach langer Flugzeit mit viel Leistung kann durch den
Einsatz von Lithium Ionen Akkus kostengünstig erfüllt werden. Drei in Serie
geschaltete Zellen reichen aus um Flugzeiten von 20 Minuten und mehr, je nach
Flugstil zu erreichen.
Ich bin auf den Lipoly aufmerksam geworden, da ich mit meinem Eolo im Winter
2003/2004 zwei Abstürze hatte. Einer der beiden wurde durch ein gebrochenes
Hauptzahnrad verursacht, der andere durch heftige Störungen. Obwohl der Eolo
massiv konstruiert ist, mussten viele Teile ersetzt werden so dass sich ein
Wiederaufbau nicht rechnete. Somit hatte ich eine komplette Elektronik mit
Servos, Kreisel und Empfänger übrig.
Der Lipoly kam mir also im März 2004 gerade recht, denn jetzt hatte ich ein
Modell gefunden, in dem ich diese Komponenten weiterverwenden und mit
vertretbarem finanziellen Aufwand auf LiIo Akkus umsteigen konnte.
Sehr gut finde ich auch die Vorgehensweise, das Modell direkt mit dem passenden
Motor anzubieten. Somit kann man sicher sein, reproduzierbare Flugleistungen und
Zeiten zu erreichen. Außerdem muss man nicht selbst mit verschiedenen Motoren,
Wicklungen und Ritzelkombinationen herumprobieren. Bei dem Motor handelt es sich
um ein Markenprodukt aus deutscher Produktion der speziell für den Lipoly nach
den Angaben von Artfantasie konfiguriert wurde.
Bei dem Modell bekommt einen richtigen Bausatz mit dem man
richtig Spaß beim Basteln hat. Nur sehr wenige Komponenten sind vormontiert.
Lieferumfang
Das Modell wird in einem kompakten Karton verschickt, in dem alle Teile
großzügig mit Styroporflocken verpackt sind und zusätzlich mit Tesafilm gegen
wildes Durcheinanderrutschen auf dem Versandweg gesichert sind. Die einzelnen
Baugruppen sind getrennt in durchsichtigen Kunstoffbeuteln professionell
verpackt und eingeschweißt. Auch die Kabinenhaube liegt sicher verpackt und
gegen verkratzen geschützt bei.
An diesen Details kann man erkennen, dass der Hersteller bemüht ist dem Kunden
einen kompletten und unbeschädigten Bausatz zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zum Baukasteninhalt werden noch die folgenden Komponenten benötigt:
-
Hauptrotorblätter
-
Motorregler
-
Antriebsakku
-
Servos
-
Empfänger
-
Kreisel
Ich habe für die Montage folgendes Werkzeug benötigt:
-
Nass-Schleifpapier
-
Inbusschlüssel 1,5mm
-
Inbusschlüssel 3mm
-
Cutter
-
Torx Schlüssel T8
-
Trennscheibe für Dremel
-
Bohrer 3,5mm
-
Sekundenkleber
-
Zwei Kompontenentkleber
Chassis
Der Zusammenbau beginnt mit dem Chassis. Die Chassisseitenteile bestehen aus
1,5mm Glasfaserplatten, die Verbindungselemente sind aus 1,5mm Kohlefaser
gefertigt. Klar, das ein komplettes Kohlefaserchassis würde zwar nett aussehen,
brächte aber von der Stabilität und dem Gewicht keinen Vorteil, lediglich das
Loch im Geldbeutel wäre wesentlich tiefer.
Ich habe zuerst alle Teile aus den
beiden Platten entfernt und mit 600er Nass-Schleifpapier entgratet und an den
Klebeflächen angeschliffen. Diese Arbeit
war zwar etwas lästig, doch im Anbetracht des Verkaufspreises zu verschmerzen.
Anschließend müssen noch die Zapfen so verschliffen werden, dass die Teile
sauber und mit möglichst geringem Spaltmaß zusammen passen. Dafür habe ich mir
viel Zeit genommen, denn je besser die Teile zueinander passen desto weniger
Klebstoff (= Gewicht) wird später benötigt.
Mit einer kleinen Trennscheibe geht das recht komfortabel. Es ist übrigens
wesentlich einfacher, die Nasen zu bearbeiten anstatt die Ausfräsungen.......


Nun wird die
Taumelscheibenführung an die obere Lagerleiste geklebt. Zusätzlich habe ich das
Hauptrotorwellenkugellager mit einem Tropfen Sekundenkleber gesichert. Das ist
wahrscheinlich nicht unbedingt nötig, da die Passung sehr genau ausgefräst ist.












Flugerfahrung
Ich habe den Lipoly nie richtig zum Fliegen bekommen. Zuerst zeigte sich eine
deutlich Leistungsschwäche, dann fielen ständig andere Bauteile aus oder waren
so schwergängig, dass an Fliegen nicht zu denken war. Da ich nicht unnötig Geld
investieren wollte habe ich den Betrieb des Modells eingestellt. Ich lasse
den Bericht an dieser Stelle stehen damit sich Interessierte ein Bild von dem
Modell machen können.
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