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LMH 110

Bereits kurz nachdem die ersten Baukästen verfügbar waren, wollte ich so ein Modell haben. Ich war begeistert von der Größe und der Einfachheit der Konstruktion. Außerdem sollte das Modell laut Werbung nahezu unzerstörbar sein. Ich hatte schon länger so ein kleines Modell gesucht, mit dem man auch mal Abends oder im Urlaub fliegen kann. 

Allerdings gab es damals noch keine spezielle Elektroversion. Also habe ich mir einen normalen Bauskasten sowie den passenden Verbrennungsmotor gekauft. Da ich zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Elektrohubschrauber flog, musste auch noch ein passender Starter sowie Glühakku angeschafft werden.

Der Bausatz

Der Zusammenbau dieses Modells hat mit damals sehr viel Spaß gemacht. Obwohl ich zuerst recht skeptisch bezüglich des Holzchassis war, erwies sich die Montag mit Sekundenkleber als absolut problemlos. Dies liegt auf jeden Fall auch daran, dass alles sehr gut passt und bis auf das Entgraten keine Nacharbeit notwendig ist. Bei diesem Modell besteht der Baukasten ausschließlich aus Einzelteilen. Kein Teil ist vormontiert. Sogar die Taumelscheibe muss man selbst montieren. Aber auch dies ist mit etwas Geduld kein Problem. Die sehr ausführliche und komplett übersetzte Bauanleitung lässt keine Fragen offen. 

Positiv fällt auch auf, dass alle zum Bau und zur späteren Wartung benötigten Werkzeuge, wie z.B. die Inbusschlüssel im Zollmaß, beiliegen. Außerdem ist eine kleine Dose für Ersatzteile enthalten. Bei mir waren auch nach dem Zusammenbau noch eine  stattliche Anzahl verschiedenster Schrauben übrig. Daran kann man unter anderem erkennen, dass der Baukasten von Modellbauern zusammengestellt wurde, die selber wiesen, wie ärgerlich es ist, wenn man einmal eine spezielle Schraube verliert und diese dann nachbestellen muss.

Meine Ausstattung

Zuerst flog ich das Modell in der Verbrennerversion. Hier waren folgende Komponenten eingebaut.

Servos

3x Robbe  FS80 MG

Empfänger

Graupner C-17

Empfängerakku

4x Sanyo 600

Motor

Norvel V1

Flugerfahrung

Es war gerade Winter, als ich das Modell fertig hatte. Also nichts wie raus in den Garten und den Motor testen. Der kleine Tank war mit einer Spritze schnell gefüllt, Starter an den Konus und los geht's. Der Motor sprang erstaunlich gut an und mit mächtigem Getöse lief er recht manierlich. Also Heli auf die Wiese gestellt Gas geben. Der Motor reagierte gut und das Modell schwebte recht stabil in 30 cm Höhe. Lediglich das Heck war sehr instabil. Ich braucht eine ganze Weile, bis ich das einigermaßen im Griff hatte. 

Nach dem Flug war dann das ganze Modell komplett verölt. Das liegt auf jeden Fall auch daran, dass der Auspuff seine Abgase direkt durch das Hauptzahnrad bläst.

Der Umbau

Nachdem ich das Modell ein paar Wochen mit Verbrennungsmotor geflogen bin, stand für mich fest, dass das Flugverhalten für diese Modellgröße recht gut ist, jedoch der Verbrennungsmotor der absolute Schwachpunkt ist. 

Ein Elektroantrieb musste her! Damals kam eigentlich nur ein büstenloser Antrieb in Frage, da die Konventionellen Motoren in dieser Größenklasse viel zu wenig Leitung hatten. Deshalb kaufte ich mit den Lehner 1515 mit Kontronik Drehzahlregler. Obwohl der gesamte Antrieb teurer als der Baukasten ist, habe ich diesen Schritt nicht bereut. 

Ich bestellte mir ein neues Holzchassis und baute das Modell neu auf. Die Elektronik musste ich etwas anders montieren, da ja auch noch ein Antriebsakku untergebracht werden muss.

Zusätzlich habe ich auch gleich den mechanischen Heckkreisel demontiert und einen elektronischen eingebaut. 

Der Lehner Motor wird mit zwei Halbschalen am Chassis befestigt. Hierbei muss man sich etwas Zeit lassen, damit ein korrektes Zahnflankenspiel eingestellt werden kann. Inzwischen gibt es ein spezielles Elektrochassis bei dem die Motormontage für den Elektromotor optimiert wurde. Das Motorritzel habe ich übrigens lediglich mit Schraubensicherungslack auf der Motorwelle fixiert. Das hält absolut bombenfest und ist trotzdem leicht zu demontieren.  

Die genaue Position der einzelnen Bauteile ist auf den unten folgenden Bildern gut zu erkennen.

Ausstattung der

Servos

3x Robbe  FS80 MG

Empfänger

Graupner C-17

Antriebsakku

10 Sanyo 1400

Motor

Lehner 1515-19

Kreisel

alter mechanischer Minikreisel von robbe

Flugerprobung Teil 2

Nachdem ich das Modell ja schon mit dem Verbrennungsmotor geflogen bin, erwartete ich ein ähnliches Flugverhalten auch mit dem Elektromotor. 

Doch ich musste feststellen, dass Modell elektrisch wesentlich besser fliegt. Großen Einfluss hat meiner Meinung nach das wesentlich feinfühligere Ansprechverhalten des Elektromotors auf Drehzahländerungen. Das etwas höherer Gewicht durch den Antriebsakku macht sich m.E. eher positiv bemerkbar. Das Modell liegt einfach besser in der Luft und lässt sich auch durch leichte Böen nicht aus der Bahn werfen.

Auch der Einsatz eines elektronischen Kreisels kann ich nur empfehlen. Man sollte zwar nicht erwarten, dass man damit 3D mäßig unterwegs sein kann, doch das Heck lässt sich im Schwebe- als auch im Rundflug sehr exakt steuern. Lediglich bei etwas stärkerem Wind habe ich Probleme in Rechtskurven. Das liegt sicherlich an den speziellen Heckrotorblättern, die für den Drehmomentausgleich bei diesem Drehzahlgesteuerten Heli optimiert sind. Ich benötige dann sehr große Heckausschläge, um den den Heli in die richtige Richtung zu bringen. Linkskurven sind absolut kein Problem, da hat der Heckrotor mächtig Leistung.

Die Motorleistung mit dem Lehner 1515 und 10 Zellen würde ich für diesen kleinen Heli als optimal bezeichnen. Zum einen kann man toll herumbrettern und zum anderen ist immer genügend Leistung zum Abfangen aus dem Rundflug vorhanden.

Ich habe auch Testweise mal 8 Zellen eingesetzt, das war mir dann jedoch zu träge. Für den Anfänger, der damit seine ersten Schwebeflugversuche unternehmen will, reicht das aber auf jeden Fall aus.

Am Hauptrotor hat man die Möglichkeit durch den Einsatz verschiedener Blatthalter den Anstellwinkel der Rotorblätter zu verändern. Bei meinem Modell kommt ein 4 und ein 6 Grad Blatthalter zum Einsatz.

Nach 4 Monate regelmäßigen Fliegens zeigte die serienmäßige Kabinenhaube die ersten Ermüdungserscheinungen Es bildeten sich immer mehr Risse, obwohl ich nie abgestürzt bin oder starke Vibrationen wie bei einem Verbrennungsmotor die Haube belasten. Daraufhin hab ich mir die Lexanhaube zugelegt. Extrem hässlich finde ich dabei jedoch die umlaufende Klebenaht. Positiv ist jedoch, dass die neue Haube wesentlich leichter als das Original ist.

Bilder mit Holzchassis

 

01.12.2000

Heute habe ich mir das Kohlechassis und einen neuen Piezokreisel gekauft. Ich erwarte mir davon eine Steigerung der Flugzeit sowie ein leiseren Lauf des Getriebes. Über den Aufbau werde ich hier wieder berichten und auch die Bilder updaten. 

03.12.2000

Eines vorweg: Der Umbau auf das Kohlefaserchassis war ein voller Erfolg!

Doch zuerst möchte ich ein paar Worte zum Zusammenbau sagen. Der "Bausatz" besteht aus einem Beutel mit einigen sauber gefrästen Kohle/Balsa/Kohle-Teilen. Eine Bauanleitung o.ä. ist nicht vorhanden. Das fand ich persönlich nicht so gut, denn eine Explosionszeichnung und ein paar Tipps zum Zusammenbau könnten auch bei so einem überschaubaren Bausatz nicht schaden.

Die einzelnen Bauteile werden mit kleinen Zapfen passend zueinander ausgerichtet. Diese mussten jedoch in meinem Fall nachbearbeitet werden um ordentlich zusammen zu passen. Außerdem habe ich alle Kanten mit feinem Schmirgelpapier gebrochen und mit einem schwarzen Filzstift farblich angepasst. Anschließend kam der Sekundenkleber zum Einsatz.

Nachdem das Chassis soweit fertig war, konnte der Einbau der Fernsteuerung und des Antriebs beginnen. Auch hier wäre wieder eine kleine Anleitung mit Einbauvorschlägen sinnvoll Für die Servos müssen noch die entsprechenden Bohrungen angebracht werden. Da das Chassismaterial sehr dünn ist, können nicht die normalen Servobefestigungsschrauben verwendet werden. Ich habe M 2,5x 10 Linsenkopfschrauben mit Stopmutter verwendet. Die genaue Anordnung der einzelnen Komponenten ist auf den unten folgenden Bildern zu erkennen. Bei dem Heckservo habe ich die Dämpfungsgummis weggelassen, da das Servo ansonsten seitlich stark schwingen konnte.

Relativ aufwendig empfand ich die Montage des Kohle-Landegestells. Dazu müssen in die Kufen Schlitze für die Kufenbügel angebracht werden. Ich habe dazu eine kleine Trennscheibe benutzt. Trotzdem war das eine sehr fummelige Angelegenheit. Abschließend werden die Kufenbügel mit Zwei-Komponenten-Kleber in die Kufen eingeklebt. Das gesamte Kufengestell habe ich dann mit Sekundenkleber am Chassis verklebt und zusätzlich mit jeweils einer M3 Nylonschraube vorne und hinten gesichert.

 

Ausrüstung nach dem Umbau

Servos

3x Robbe  FS80 MG

Empfänger

Graupner C-17

Antriebsakku

10 Sanyo 1400

Motor

Lehner 1515-19

Ritzel

8 Zähne

Kreisel

Simprop Gyro SPG-05

Regler 

Kontronik 3SLB 25-6-12

Akku

10x Sanyo Cadnica Ultra KR 1700 AU

 

Flugerprobung

Für den ersten Testflug hatte ich seitens der Senderprogrammierung alles wie vorher belassen. Bereits beim Hochfahren der Drehzahl war ein wesentlich angenehmeres Laufgeräusch zu hören.  Mit minimal mehr Drehzahl hob der Hubi ab, als hätte er nie etwas anderes getan. Lediglich das Heck musste ich etwas nachtrimmen. Ohne Haube hat er mit 10 Zellen und einem 4er- und einem 6er-Blatthalter fast zuviel Leistung. Bereits kleinste Veränderungen am Pitchknüppel machten sich stark bemerkbar.

Der kleine Kreisel zeigte sich von seiner Besten Seite. Kein Vergleich zu meinem alten mechanischem Miniaturkreisel!  

Bei diesem ersten Testflug betrug die Flugzeit bereits 11 Minuten!  

Für den nächsten Flug habe ich zwei 4er Blatthalter montiert. Jetzt war auch die Haube drauf. Obwohl der LMH dadurch etwas kopflastig wurde, flog er jetzt für meine Ansprüche optimal. Die Flughöhe lässt sich fein dosieren und im Rundflug verhält sich der Hubi sehr angenehm. Dass er sogar leicht kopflastig ist wirkt sich m.E. sogar positiv aus, denn der neigt nicht mehr so stark zum Aufbäumen bei hoher Geschwindigkeit. 

Die Kreiselempfindlichkeit konnte ebenfalls noch weiter aufgedreht werden. Dies liegt sicher auch an der steifen Montage des Heckservos. Auch bei dem zweiten Flug erreichte ich locker 10 Minuten Flugzeit. Leider war es dann schon zu dunkel, so dass ich keinen weiteren Testflug unternehmen konnte.

  

Bilder mit Kohlechassis

Das Modell befindet sich nicht mehr in meinem Besitz.

 

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