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Logo 20

Im Frühjahr 2000 habe ich meinen ersten Logo 20 gekauft. Ausgerüstet mit
einem Kontronik KBM 67/7 bin ich lange sehr zufrieden mit diesem Modell gewesen.
Anfängliche Problemchen mit Störungen konnten dank dem legendären Gelitreffen "Melle 99"
endgültig behoben werden. Das Modell entwickelte sich zum meinem
Lieblingsmodell.
Irgendwann kam dann der Wunsch auf, Kunstflug zu lernen. zu diesem Zweck
testet ich verschieden Motorritzel, um mehr Leistung aus dem Motor
herauszuholen.
Vor einigen Wochen hatte ich jedoch einen kapitalen Absturz, bei dem das
Modell komplett zerstört wurde. Wie es zu diesem Zwischenfall kam, werde ich
demnächst hier berichten.
Daraufhin habe ich mir sofort einen neuen Logo 20 mit Tango 45/06 sowie dem
passenden 3slh Regler gekauft. Seit dem habe ich jedoch nur Probleme. An ein
vernünftiges, weiträumiges Fliegen ist einfach nicht mehr zu denken. :-(
Zur Zeit verwende ich folgende Komponenten:
- Mikado
Logo 20 mit 120 0 Anlenkung
- Kontronik
Tango 45/06
- 9er
Ritzel
- Kontronik
3SLH 25-14-32
- 3
x Graupner 4041 für die Taumelscheibe
- 1
x Graupner 4451 für Heck
- robbe
3 D Gyro
- Empfängerakku
4x Sanyo Cadnica 800
- ACT
Smart Scan Empfänger
- 20
x Sanyo RC 2000
- Sender:
Graupner mc-20
Meine Probleme stellen sich wie folgt dar:
Beim Schweben mit ca. 1400 U/min ist alles ok. Lediglich mit der Kreiselempfindlichkeit
bin ich momentan noch nicht richtig zufrieden, das sollte jedoch m.E. nur ein
Abstimmungsproblem sein.
Anschließend lasse ich das Modell in ca. 10 Meter Abstand senkrecht steigen.
Bei ca. 20 beginnt der Hubschrauber um die Roll- und Nickachse zu
"eiern", das heißt, die Servos beginnen spürbar zu zittern. Jeder
Meter weiteres Steigen verstärkt diesen Effekt. Sobald ich das Modell sinken
lasse, ist alles wieder in Ordnung.
Daraufhin habe ich verschiedene Empfänger getestet, den Kreisel, die
Senderantenne, das HF-Modul und das Quarz getauscht, doch nichts hat geholfen.
Auch einen komplett anderen Sender habe ich ohne nennenswerte Veränderungen
ausprobiert.
Auch der Hinweis, das Kabel vom Regler zum Empfänger abzuschirmen, brachte
keinen Erfolg.
Erst die Verlegung der Empfängerantenne wie auf den folgenden Bildern
gezeigt, brachte etwas Besserung. Optimal ist es jedoch bei weitem noch
nicht! In dieser Konfiguration konnte ich aber wenigstens bei einigen
Schwebeflugwettbewerben (Graupner bzw. Schlüter Cups) ohne Störungen
teilnehmen.
Momentan (25.09.2000) wird in einigen Diskussionsforen und Newsgroups kontrovers darüber
diskutiert, woher diese Störungen kommen.
Während meiner Recherche bin ich auf viele Piloten gestoßen, die die
gleichen Probleme haben. Dabei ist erstaunlich, dass vielen nur der Motor
(Kontronik Tango 45-06) und Regler gemeinsam ist.
14.10.2000
Kontronik selbst hat sich inzwischen intensiv um eine Lösung dieses
Phänomens bemüht. So haben ich z.B. meinen Motor und Regler eingeschickt, um
nachträglich eine interne Entstörung einbauen zu lassen. Außerdem liefert
Kontronik einen speziellen Ferritkern, der zwischen Regler und Empfänger
eingeschleift wird.
Leider konnten alle diese Maßnahmen in meinem Fall zu keinem brauchbaren
Ergebnis führen. Deshalb habe ich wieder meinen alten KBM 76-07 eingebaut und
intensive Tests im Bezug auf Störungen durchgeführt. Wie fast nicht anders zu
erwarten, verliefen diese in meinem Fall absolut positiv. Mit dieser Regler-
Motorkombination habe ich keinerlei Störungen mehr. selbst wenn ich die
Empfängerantenne direkt mit Tesafilm auf das Höhenleitwerk klebe, treten nur
ganz vereinzelt minimale Heckzucker auf.
25.10.2000
Mit dieser Motorisierung werde ich auch weiterhin fliegen. Obwohl ich etwas
traurig bin, denn der Tango hatte im direkten Vergleich doch spürbar mehr
Leistung.
Die unten stehenden Bilder Zeichen meinen Logo 20 wie er mit dem Tango
ausgestattet war.
Logo 20 mit Tango Motor
10.12.2000
Ich habe die vergangenen Wochen genutzt, um die Getriebeübersetzung für den
KBM 67-07 zu optimieren. Mikado empfahl seinerzeit ein 8er Ritzel zu verwenden.
Damit kann man rechnerisch aber nur eine relativ geringe Rotordrehzahl
erreichen. Zum gemütlichen Spazierenfliegen mit maximaler Flugzeit ist
sicherlich in Ordnung, doch ich möchte mehr mit dem Logo 20 anstellen.
Mit dem 9er Ritzel ist die Rotordrehzahl mit 24 Zellen schon besser,
allerdings muss der Motor mit etwas mehr als 85% seiner maximalen Drehzahl
betrieben werden. Dagegen ist zwar prinzipiell nichts einzuwenden, doch jetzt
fehlen dem Motor die Reserven, um Pitchveränderungen auszugleichen.
Also habe ich mit das 10er Ritzel beschafft. Bei den ersten Flugversuchen zeigte
sich, dass bei 1500 U/min am Hauptrotor der Motor mit 75 % Leistung betrieben
werden konnte. Jetzt hatte er auch genügend Reserven, um schnelles Steigen ohne
Drehzahleinbruch zu verkraften. Also die optimale Konfiguration?
Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Mit 24 x 2000er Zellen erreiche ich
mit ca. 1450 U/min 7 Minuten Flugzeit. Außerdem wird dabei der Motor mächtig
warm. Jetzt im Winter ist das kein Problem, doch im Hochsommer könnte eine
kritische Marke erreicht werden.
Mit 20 x 2000er Zellen erreiche ich nur eine Flugzeit von maximal 5 Minuten.
Dabei wird sowohl der Motor als auch die Akkus um einiges wärmer. Diese
Kombination ist nicht gut. Trotzdem will ich noch etwas mit verschiedenen
Drehzahlen experimentieren
16.12.2000
Vor einiger Zeit habe ich das Heckschwingen des Logos festgestellt, das nur
durch eine starke Zurücknahme der Kreiselempfindlichkeit gestoppt werden
konnte. In der Zwischenzeit konnte ich in den verschiedenen Newsgroups und Mailinglisten
lesen, dass auch bei anderen Piloten dieses Problem auftritt.
Aus dieser Quelle habe ich auch den Tipp, senkrecht zwischen die Seitenteile
eine Versteifung einzubauen.
Doch bereits beim ersten Testflug stürzte mein Heli aus ca. 10 Meter Höhe
ab. Die Absturzursache ist immer schwierig zu finden. Doch ich habe folgende
Theorie:
Das Verbindungsgestänge vom inneren Taumelscheiben Innenring
zum Umlenkhebel am Blatthalter fehlte und war auch an der Absturzstelle nicht zu
finden. Auch die entsprechende Befestigungskugel an der Taumelscheibe war nicht
mehr da, das Innengewinde am Taumelscheiben Innenring war jedoch nicht
ausgerissen sondern völlig in Ordnung. Folglich kann die Kugel nicht beim
Absturz herausgerissen worden sein.
Scheinbar hat sich die Kugel im Betrieb gelöst, der nun führungslose
Blatthalter konnte das Rotorblatt nicht mehr steuern. Das Rotorblatt stellte
sich nahezu senkrecht und bremste den Hauptrotor schlagartig ab. Auch der Motor
hatte nun keine Chance mehr.
Aufgrund dieser Tatsache hatte ich zuerst auf einen
Motorausfall getippt, mich aber gewundert, das die Rotorblätter so schnell
stehen geblieben sind!
Deshalb konnte ich auch nur noch zuschauen, wie das Modell
mit stehenden Rotorblättern Richtung Boden strebte :-(
Fazit:
Die Kugeln an der Taumelscheibe sind sehr wichtig und müssen
bei Wartungsarbeiten auf festen Sitz überprüft und zwingend mit
Schraubensicherungslack eingeklebt werden.
Der Wiederaufbau
Da bei dem Absturz hauptsächlich der gesamte Heckbereich
zerstört wurde, nutze ich die Gelegenheit, diesen Bereich zu optimieren.
Trotz der Chassisversteifung habe ich mich entschlossen,
ein kurzes (650 mm) Heckrohr einzubauen, da ein kurzer Riemen noch in meiner
Ersatzteilkiste vorhanden war. Bei dem Heckrohr handelt es sich um ein
Kohlefaserrohr (20 x 1), das eigentlich für den Genesis gedacht war. Das Teil
passt sehr gut und auch der Riemen schleift nicht. Die Anlenkung zum Heckrotor
übernimmt bei mir ein 6mm Kohlefaserrohr. Der Vorteil gegenüber dem serienmäßigen
Stahldraht liegt darin, dass keine Zwischenlager erforderlich sind die unnötig
Reibung verursachen.
Somit sollte der Regelkreis rund um den Heckrotor
"steifer" sein und sich die Kreiselempfindlichkeit auf einen vernünftigen
Wert einstellen lassen. Bei meinem ersten Logo 20 konnte ich übrigens 90%
normale Kreiselempfindlichkeit und 70% für Heading-Hold einstellen und bei
allen Windverhältnissen ohne Heckschwingungen fliegen.
Sobald ich ausreichende Testflüge durchgeführt habe,
werde ich an dieser Stelle berichten.
Tipp:
Beim Wiederaufbau meines Logos fiel mir auf, das die beiden
vorderen Umlenkhebel der Anlenkgestänge sehr locker waren. Bei der 120°
Version werden die Hebel jeweils mit einer M3x20 Inbusschraube und einem
Sechskant-Kunststoffabstandshalter befestigt. Die Umlenkhebel sind ca. 10 mm,
das Chassis ca. 4 mm dick. Somit bleiben nur knapp 6 mm, mit denen die Schraube
im Kunststoff greift. Das ist meiner Meinung nach viel zu wenig. Deshalb habe
ich die beiden Schrauben durch M3x25 Schaftschrauben ersetzt.
Der Logo 20 befindet sich inzwischen nicht mehr in
meinem Besitz.
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