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Mikado LOGO 30
Einleitung Der Logo
30 war mein erster richtig "großer" Modellhubschrauber nachdem ich eine Reihe von
Modellen mit max. 8 Zellen geflogen habe. Dazu gehörte
u.a. der Whisper von Kalt oder auch der EP-Concept von Kyosho. Speziell an den
EP-Concept kann ich mich noch gut erinnern, denn er hatte einen so weichen
Hauptrotorkopf, dass bei nahezu jeder „Anfängerlandung“ ein paar
Hauptrotorblätter und ein neues Heckrohr fällig waren. Mit
dem Logo 30 von Mikado war es mir erstmals möglich, auch bei nicht optimalen
Wetterbedingungen zu fliegen. Die wesentliche kleineren Vorgänger waren nämlich
extrem Windempfindlich und dadurch aus heutiger Sicht zum Lernen völlig
ungeeignet. Meinen
ersten Logo 30 hatte ich mit dem sehr guten Graupner Ultra 2000/7H und einem
mechanischen Kreisel geflogen. Damals gab es auch maximal 1700er Zellen, mit
denen die Flugzeit natürlich sehr eingeschränkt war.
Doch nach
Anschaffung eines geeigneten Ladegerätes (Graupner Ultra Duo profi) und zwei
weiterer Akkusätze konnte ich regelmäßig mit ausreichender Flugzeit üben. Von dem
Logo 30 war ich so begeistert, dass ich mir sogar den Jet Ranger Rumpf von
Mikado kaufte obwohl das eigentlich viel zu früh war. Mit dem Aufbau des Modells habe ich mir sehr viel Zeit gelassen,
denn das Material ist sehr dünn und empfindlich. Auch das Aufbringen der großflächigen
Aufkleber war nicht ganz einfach. Nach der
Fertigstellung stand ein imposantes Modell vor mir, das fast schon zu schade
zum fliegen war. Und genau das wurde dann zu meinem Problem! Das Modell war so
schön, dass ich als Anfänger immer Angst hatte, ich würde einen Fehler machen
und das Modell bei einem Absturz zerstören. Da ich ab
diesem Zeitpunkt fast keine Fortschritte mehr machte, beschloss ich den Besuch
einer Flugschule um endlich aus der Schwebephase
herauszukommen. Nach der
Schulung verkaufte ich den Logo Jet Ranger und kaufte mit einen Benzintrainer,
um die erworbenen Fähigkeiten vertiefen zu können. Nach
diesem Ausflug in den Verbrennerbereich wollte ich unbedingt wieder einen
Elektrohubschrauber haben, denn für mich überwiegten immer die Vorteile des
leisen und sauberen Fliegens gegenüber der reinen Flugzeit. So ausgestattet flog ich das Modell parallel zu dem XCell Gas Graphite. Gerade im Winter flog ich dann immer öfter mit dem Logo als mit dem Benzinheli. Von Anfang an störte die schlechte Heckstabilisierung. Also teste ich verschiedene Heckrotorblätter, doch so richtig war ich nie zufrieden. Dann tauschte ich den Heckantrieb gegen den Kohlefaser -Starrantrieb aus. Gleichzeitig befestigte ich das Heckservo mit entsprechenden Haltern von Vario direkt am Heckrohr und ersetze die Stahldrahtanlenkung durch einen Kohlefaserstab. Diese beiden Maßnahmen brachten den gewünschten Erfolg. Jetzt konnte auch ich auch bei stärkerem Wind schweben, ohne dass das Heck ständig nachgesteuert werden musste. Außerdem war der Hubschraube plötzlich wesentlich leiser, denn der Stahldraht im Heck hatte immer so sirrende Geräusche von sich gegeben. Bei einem kleineren Absturz wurde die Blattlagerwelle und ein Blatthalter beschädigt. Da der neue Rotorkopf mit 100% Stabilisierung als Neuheit frisch herausgekommen war, wollte ich so ein Teil haben. Die Werbung versprach sehr stabile Flugeigenschaften bei Logo typischen niedrigen Drehzahlen. Den Rotorkopf kann man sowohl mit 70% als auch mit 100% Stabilisierung aufbauen. Die Montage war aufgrund der sehr guten Explosionszeichnung kein Problem. Die darauf folgende Flugerprobung brachte keine Überraschungen. Das Modell schwebte mit 1100 U/min sehr ruhig. Lediglich etwas größere Steuerausschläge waren nötig um Steuerbefehle umzusetzen. Im Rundflug zeigt der Rotorkopf seine erwarteten Qualitäten. Selbst bei heftigem Wind fliegt das Modell wie an der Schnur gezogen geradeaus. Ich persönlich habe mit dem Logo 30 und diesem Kopf noch keinen Kunstflug (außer Looping) geflogen, so dass ich darüber noch keine Aussage treffen kann. Eines hatte mich an dem Graupner Ultra 2000/7H immer gestört: Das ganze Mechanik war von feinem Kohlestau überzogen. Obwohl ich mein Modell regelmäßig putzte, störte mich diese ständige Verschmutzung sehr. Somit entschloss ich mich, den gerade neu erschienenen Kontronik KBM 77-04 zu kaufen. Der Motor ist gegenüber dem Ultra ca. 200 Gramm leichter. Obwohl es für den Motoreinbau eigentlich nicht notwendig wäre, habe ich die komplette Mechanik zerlegt, gereinigt und einer Generalinspektion unterzogen. Dabei musste ich feststellen, dass das Alu-Motorritzel stark abgenutzt war. Deshalb kann ich nur empfehlen, dieses gleich gegen ein Ritzel aus Stahl auszutauschen. Auch das Pitchkompensator-Mittelteil aus Kunststoff hatte sehr viel Spiel. Diesen habe ich ebenfalls durch das Tuningteil aus Alu mit Messingbuchse ausgetaucht. Nachdem
wieder alles montiert war, konnte ich es kaum erwarten, die ersten Testflüge zu
unternehmen. Diese verliefen allerdings etwas enttäuschend. Ich hatte nicht den
Eindruck, dass der Motor mehr Leistung hat. Klar, 200 Gramm weniger machen sich
schon bemerkbar, der Heli fühlt sich irgendwie wendiger an. Aber ich hatte
erwartet, dass Pitchveränderungen bei 1100 U/min nicht zum Einbrauch der
Drehzahl führen und der Motor in der Lage ist, die benötigte Mehrleistung
aufzubringen. Mit Vollgas beschleunigt der Motor den
Rotorkopf auf ca. 1500 U/min. Dadurch reagiert der Logo 30 auf
Steuerbefehle natürlich wesentlich spontaner, doch mit dem Pitchknüppel muss
man sehr vorsichtig sein. Erstaunlicherweise geht die maximale Flugzeit um nur
eine Minute zurück. Im
Rotor war irgendwann eine Anzeige von Alu-Rotorblättern zu lesen. Gleichzeitig
begannen heftige Diskussionen, wie gefährlich diese Blätter beim Absturz gegenüber
GfK-Blättern seien. Für
mich waren diese Blätter interessant, da sie durch ihr dünnes Profil wenige
Antriebsleistung benötigen sollten. Diese Aussage hat sich im späteren
Flugbetrieb bestätigt. Fast zwei Minuten mehr Flugzeit und eine höhere
Geschwindigkeit im Rundflug bei ansonsten unveränderter Konfiguration waren
festzustellen. Auch
einen kapitalen Absturz eines Modells mit Verbrennungsmotor konnte ich
beobachten: Bei ca. 1600 U/min "wickelten" die Alublätter sich
lediglich um die Hauptrotorwelle, kein Teil löste sich! Bei GfK Blättern habe
ich es schon oft erlebt, dass Rotorblattstücke in alle Richtungen davonflogen. Irgendwann wollte ich dann mal ausprobieren, was Heading Hold so bringt. Deshalb habe ich den GY-501 von robbe gekauft. Doch plötzlich war das Heck kaum noch unter Kontrolle zu bringen. Das Heck schwingte so stark, das sogar die Hauptrotordrehzahl stark schwankte. Ich musste die Kreiselempfindlichkeit auf weniger als 20% zurücknehmen, um überhaupt schweben zu können. Zuerst habe ich erst mal nicht kapiert, warum das so war. Auf der Faszination Modellbau in Sinsheim habe ich von einem robbe Mitarbeiter den entscheidenden Tipp bekommen: Die von mir verwendeten Heckrotorblätter waren viel zu groß, so dass der Heckrotor schon bei kleinsten Anstellwinkelveränderungen stark übersteuerte. Also habe ich sehr leichte und wesentlich kürzere CfK Heckrotorblätter, die eigentlich für den Three Dee gedacht sind, montiert. Dies hat dann auch den gewünschten Effekt gebracht. Jetzt kann ich ca. 70% Kreiselempfindlichkeit im Normalmodus einstellen. Lediglich im Heading-Hold-Modus konnte ich den Kreisel im Logo 30 noch nicht zufriedenstellend betreiben. Hier treten wieder die eingangs beschriebenen Probleme auf. Außerdem ist das sehr lange und dünne Heckrohr doch sehr weich. Folgende Ausstattung benutze ich z.Zt.
Leider habe ich keine Detailaufnahmen von meinem Modell. Der Heli befindet sich nicht mehr in meinem Besitz da ich auf den Joker von minicopter umgestiegen bin. |