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Rebell ME

- von artfantasie / Randolph Maußner -

Nach den negativen Erfahrungen mit dem Eolo von Robbe sucht sich wieder nach einem kleineren und umkomplizierten Elektroheli. Das Modell sollte parallel zu meinem Joker zum Einsatz kommen. Es sollte voll kunstflugtauglich sein oder später auch mit vertretbarem finanziellem Aufwand mit Lipo-Zellen ausgerüstet werden können.

Beim Joker sind mir die Kosten heute (April 2004) einfach noch zu hoch. Bei meiner Suche bin ich sehr schnell bei dem Rebell ME gelandet. Das Modell ist serienmäßig mit allen Komponenten ausgestattet die man sich als Helipilot wünschen und das im Vergleich zu anderen Modellen gleicher Ausstattung zum sensationell günstigem Preis. Es handelt sich dabei wirklich um eine Hochwertmechanik bei der keinerlei Tuningteile erforderlich sind.

Auf dieser Seite möchte ich keinen detaillieren Baubericht wiedergeben sondern nur ein paar Dinge beschreiben, bei denen ich im Gegensatz zur Bauanleitung andere Wege gegangen bin. Außerdem finden sich hier viele Bilder zum RC-Einbau da die Verteilung der RC-Komponenten in einigen Internet Foren zu ausführlichen Diskussionen geführt hat.

Bei mir kommt folgende Ausstattung zum Einsatz:

Bausatz Rebell ME
Motor Torcman TM 350-20 11W 10 Pol
Ritzel 17 und 15
Akkus 12 x Sanyo RC 2400 P&M von Hopf
Regler Hacker Master 40 - 3P Opto
Servos Taumelscheibe Conrad S 2251 MG (baugleich Hitec HS 225 BBMG)
Heckservo Robbe 9253
Kreisel Robbe GY 401
Empfänger Schulze alpha-835 W
BEC Helitron Hochleistungs- BEC 5/5A
Rotorblätter artfantasie 470mm

Die Montage der Mechanik ist wirklich sehr einfach, lediglich bei der CFK Version liegt keine spezielle Bauanleitung bei die erklärt, wo und wie mache CfK Platten verteilt werden, die in der Aluversion nicht enthalten sind. Dazu einige Detailbilder:

Dem Bausatz liegen drei CfK Platten bei, die jeweils die gleich Breite, versehen mit einer "Nase" haben. Diese werden wie auf dem Bild dargestellt bei der Montage in die entsprechenden Ausfräsungen der Alu Winkelprofile gelegt. Bei mir musste sie minimal nachgearbeitet werden um einen spannungsfreien Zusammenbau der Chassisseitenteile zu ermöglichen. In die mittlere Platte habe ich zusätzlich noch zwei Bohrungen angebracht um später das BEC befestigen zu können.
Die kleine quadratische Platten mit den Abgerundeten Ecken ist die Kreiselplattform. Darin befinden sich kein Bohrungen und es liegt auch kein Befestigungsmaterial bei. Deshalb habe ich sie mit Sekundenkleber hinter Taumelscheibe festgeklebt. Das Material lässt sich sehr gut mit Sekundenkleber kleben so dass meiner Meinung nach keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen erforderlich sind.
Ja und dann gibt es da noch die beiden Teile für die Seiten- und Höhenflossen. Deren Verwendung ist eigentlich selbsterklärend. Bei Teile habe ich wieder mit dünnflüssigem Sekundenkleber verklebt. Das hält bis jetzt bombenfest.

 

 

Taumelscheibe

Die Taumelscheibe besteht 5 Teilen. Das innere Schwenklager muss aus drei Teilen zusammengesetzt werden. Bei meinem Bauskasten hatte ich zuerst Schwierigkeiten die beiden Lagerhälften in den Taumelscheibengrundkörper zusetzen, da die Passungen sehr eng sind. Deshalb habe ich obere Seite des Taumelscheibeninnenrings sauber mit feinem Schmirgelpapier entgratet und schon konnte das Lager ohne Gewalt eingesetzt werden.

 

Heckrotor/Heckanlenkung

Beim Heckrotor konnte ich anhand der Bauanleitung nicht eindeutig bestimmen, in welche Löcher die Kugeln an die Blatthalter geschraubt werden müssen. Auch die Grundstellung, die zum Schwebeflug benötigt wird war mir nicht klar.

 

Auf dem Bild habe ich die beiden möglichen Befestigungsmöglichkeiten mit 1 und 2 gekennzeichnet. Ich hatte eigentlich erwartet, die Position 2 richtig ist. Wie sich bei den späteren Testflügen jedoch herausstellte, ist die Position 1, wie in der Bauanleitung auch angegeben, richtig. Es hat mich zuerst nur gewundert, denn so hat er in der Grundstellung nur einen sehr geringen Anstellwinkel. Doch offensichtlich ist die Heckrotordrehzahl hoch genug um auch bei diesem geringen Anstellwinkel genügend Schub zu leisten.

 

Die Heckansteuerung habe ich entgegen der Bauanleitung mit einem 4mm CfK Stab realisiert. Der original beiliegen Stahldraht mit den entsprechenden Kabelführungen funktioniert sicherlich ebenfalls einwandfrei, mit persönlich gefällt es einfach so besser. Aufpassen muss man lediglich mit den Kunststoff-Kugelkopfpfannen. Diese haben ein bestimmtes Maß, so dass man nicht einfach vorhandene Teile wie z.B. von Vario benutzen kann. Schade eigentlich, denn so wäre die Ersatzteilbeschaffung einfacher.

 

Lagerückstellung Hauptrotor

Bei den ersten Testflügen zeigte sich, dass der Heli im schnellen Vorwärtsflug die Tendenz hat die Nase nach oben zu nehmen. Speziell bei windigem Wetter fällt dieses Verhalten auf. Markus Fiehn hat im Rotor 03/2004 beschriebe, wie man dem Heli mit ganz einfachen Mitteln dieses Verhalten abgewöhnen kann.

 

Dazu werden die beiden Anlenkhebel der Paddelstande um 180 Grad gedreht. Zusätzlich werden die beiden Distanzbuchsen zwischen Paddelstangenlagerung und Anlenkhebel durch Unterlegscheiben ersetzt. Das Ergebnis dieser simplen Aktion ist wirklich verblüffend. Der Heli lässt sich jetzt fast ohne Aufbäumtendenz flott bewegen. Die Steuerpräzision hat sich dadurch nicht verändert. Deshalb würde ich jedem Piloten empfehlen, diese Änderung direkt beim Aufbau des Modells zu berücksichtigen.

 

 

Akkubefestigung

Ein kleiner Tipp zur Akkubefestigung. Vom Hersteller ist keine bestimmte Befestigung für den Flugakku vorgesehen. Zu Zeit verwende ich noch NiCd Zellen. Um diese sicher an der Mechanik befestigen zu können verwende ich zwei Klettbandstreifen. Einer wird vorne um den Akku gelegt, der zweite im hinteren Teil der Mechanik unterhalb der Hauptrotorwelle.

 

 

Um ein Verrutschen des Akkus während des Fluges zu verhindern, habe ich ein kleines Stück Anti-Rutschmatte aus dem KFZ Bereich auf die vordere Akkuablage mit zwei Tropen Sekundenkleber befestigt. In Verbindung mit dem Klettbank bleibt der Akku sicher in seiner Position und beim Akkuwechsel muss ich nicht immer aufpassen, die Rutschsicherung zu verlieren.

 

 

Diese Befestigungsart hat sich inzwischen gut bewährt und der Akku wandert auch nicht.

 

RC Einbau

Beim Rebell gibt es eigentlich kein Platzproblem beim RC Einbau wenn man die entsprechenden Komponenten in Abhängigkeit zur Größe des Modells auswählt.

 

 

Für die Verlegung der Servokabel habe ich mir sehr viel Zeit gelassen und auch verschieden Verkabelungswege ausprobiert. Die Kabel sind in Gewebeschlauch geführt um ein Aufscheuern am Chassis zu verhindert. Den Empfänger habe auf dem Heckservo mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Dies hat sich bewährt und hält super.

 

 

Reglerbefestigung

 

Bei meinen anderen Elektrohubschraubern habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es die wenigsten Störungsprobleme gibt, wenn der Regler so weit wie möglich vom Empfänger und der Antenne entfernt eingebaut wird. Da es bei dem Rebell keinen vorgesehenen Ort für den Regler gibt, habe ich die folgende Lösung gefunden. Dabei handelt es sich um ein Stück Kiefernholz, das an einer vorhandenen Bohrung im Kohlechassis verschraubt wird. Der Regler wird daran einfach mit zwei Kabelfindern befestigt. Das hält sehr gut und es besteht zudem auch keine leitende Verbindung zwischen Chassis und Regler. Störungen habe ich übrigens keine.

 

Erfahrung mit BEC

Bei dem Rebell verwende ich zum ersten mal ein externes BEC. Ich habe mich dazu entschlossen, da ich nicht immer einen Empfängerakku laden und überwachen wollte und außerdem der von mit verwendete Drehzahlregler kein BEC hat.

 

Ich verwende das 5A BEC von Helitron. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Anschlusskabel sind schön lang, so dass man es frei am Modell positionieren kann. Genau wie bei dem Drehzahlregler habe ich mich für einen Platz entschieden, der möglichst weit entfernt vom Empfänger und zusätzlich noch im Luftstrom liegt. Entgegen meinen Erwartungen erwärmt sich das BEC auch bei hohen sommerlichen Temperaturen kaum.

 

Flugerfahrung

Der Erstflug fand bei mir im Garten statt. Ich hatte schon einige Quick EP fliegen hören und war gespannt auf das Laufgeräusch. Ich war sehr positiv überrascht, denn der Rebell ist wesentlich leiser als der Quicky EP. Meinen Sender hatte  ich so programmiert, dass ich den Drehzahlregler im Reglermodus betreibe. Einen Schalter habe ich so begrenzt, dass er einen Weg von 75% abdeckt und der Motor folglich mit 75% Drehzahl läuft. Mit einem 15er Ritzel erreicht der Heli eine Rotorkopfdrehzahl von ca. 1850 U/min. Zuerst hatte ich ein 17er Ritzel im Einsatz. Damit erreichte er zwar eine Rotordrehzahl von 2100 U/min, diese konnte der Motor jedoch nur in den ersten beiden Flugminuten ohne Einbrüche bei Pitchänderungen halten.

 

Nach den ersten Grundeinstellungen ging es auf den Flugplatz für den ersten Rundflug. Hier zeigte sich, dass der Heli im schnellen Vorwärtsflug eine leichte Tendenz zeigt die Nase nach oben zu nehmen. Ansonsten ist das Flugverhalten tadellos. Die Heckrotorwirkung ist heftig und erlaubt die Kreiselempfindlichkeit sehr hoch einzustellen.

Wenn ich ihn mit allen Modellen, die ich bis jetzt geflogen habe vergleichen soll würde ich ihn sehr nahe Richtung Joker positionieren.

 

Die Verwendung von NiCd Akkus halte ich für dieses Modell nicht nicht günstig. Meine Akkus, der Regler und auch der Motor sind nach einer Flugzeit von 6 Minuten sehr heiß. Ich führe das auf die schlechtere Spannungslage der NiCd Zellen zurück. Dadurch fließen höhere Ströme die dann wiederum zu höheren Temperaturen führen. Ich hatte leider noch keine Möglichkeit LiPo Zellen zu testen.

 

Inzwischen habe ich das Modell verkauft.

 

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